Jiu-Jitsu

Selbstverteidigung Jiu-Jitsu

Alte japanische Kampfkünste werden für die moderne Selbstverteidigung neu entdeckt.

Die Vorstellung, einem Raubüberfall, einem tätlichen Angriff oder einer Vergewaltigung schutzlos ausgesetzt zu sein, beunruhigt in zunehmenden Masse immer mehr Menschen und lässt die Nachfrage nach käuflicher Sicherheit ansteigen. So werden zum Beispiel vermehrt erlaubnisfreie Verteidigungswaffen wie Gaspistolen oder Elektroschockgeräte erworben, um ein subjektives Gefühl der Sicherheit zu erhalten. Am Anfang noch oft mitgeführt, kommen schon bald Zweifel auf („mache ich mich lächerlich?“, „wie soll ich dieses Monstrum unauffällig bei mir tragen?“, „darf ich die Waffe mit ins Ausland nehmen?“ …).
Als Alternative bietet sich das Erlernen einer Kampfsportart an, oft aber liegt der Schwerpunkt der Ausbildung auf dem sportlichen Teil und dient der Teilnahme an Wettkämpfen oder Vorführungen. Diese sind strengen Wettkampfregeln unterworfen (Einteilung nach Gewichtsklassen, Trennung nach Gürtelstufen, Trennung Männer und Frauen, verbotene Aktionen etc.) und sind für den fairen sportlichen Zweikampf unter Aufsicht von Schiedsrichtern ausgelegt. Ein gut trainierter Wettkampfsportler stellt natürlich für einen Angreifer „keine einfache Sache“ dar, diese Fähigkeiten müssen jedoch aufgrund der angewandten sportlichen Techniken mit hohem Trainingsfleiss und Fitnessgrad ständig aufs Neue erarbeitet und erhalten werden.

Für den durchschnittlichen Bürger ist dies keine praktikable Lösung und die Mitgliedschaft in einem Kampfsportclub allein kann sportliche Höchstleistungen leider nicht ersetzten.

Aus diesem Grund muss eine klare Trennung zwischen Kampfsport und Selbstverteidigung gezogen werden. Auf der Suche nach effizienten Selbstverteidigungssystemen waren und sind auch heute noch manche Ausbildungsstätten geneigt, aus technischen Eigenkreationen, ein „modernes“ Selbstverteidigungssystem zu „erfinden“. Leider wurden diese Erfindungen selten in wirklichen Ernstfallsituationen einer Bewährungsprobe unterzogen und die spielerische/sportliche Komponente überwiegt.

Um dieser Tendenz entgegenzuwirken, beschloss ein Fachgremium asiatischer und europäischer BUDO-Grossmeister, alte Kampfkünste, die im kriegerischen Mittelalter Japans entwickelt wurden und in den zahllosen Auseinandersetzungen dieser Epoche ihre Existenzberechtigung unter Beweis stellten, für die heutigen Bedürfnisse wieder nutzbar zu machen.

Der Judo und Jiu-Jitsu Klub Fudschi San unterstützt diese Anstrengungen ebenfalls und hat sich deshalb der Organisation „Jiu-Jitsu International“ angeschlossen. Im Training werden das alte japanische Jiu-Jitsu der Feudalzeit sowie die Waffenkunst Yaku-Kobu-Jitsu unterrichtet.

Was verbirgt sich hinter diesen Begriffen?

Jiu-Jitsu

Jiu-Jitsu bedeutet frei übersetzt „die Kunst, durch Flexibilität zu siegen“ und war das Selbstverteidigungssystem der japanischen Ritter (Samurai). Das Prinzip des Nachgebens spielt eine grosse Rolle. Die Effizienz beruht darauf, empfindliche Stellen am gegnerischen Körper mittels raffinierten Hebel-, Schlag-, Stoss-, Wurf- und Nervendrucktechniken anzugreifen. Im Gegensatz zu den akrobatischen Show-Aktionen vieler Kung-Fu- und Karatefilme wird beim Jiu-Jitsu der Effekt durch wenige unspektakuläre Bewegungsabläufe erreicht. Jiu-Jitsu ermöglicht dadurch auch körperlich unterlegenen oder sportlich wenig geübten Personen durch geschickt angewandte Technik eine praxisgerechte Alternative. Darüber hinaus ist Jiu-Jitsu geeignet, bei intensiver Ausbildung nach recht kurzer Zeit einfache Angriffe sehr effektiv abzuwehren, ein Umstand, den sich der nicht am Hochleistungssport orientierte „Durchschnittsmensch“ nutzbar machen kann. Bei längerem Training kann Jiu-Jitsu als eines der wirkungsvollsten Kampfsystemen bezeichnet werden.